Als Spinnentiere haben ausgewachsene Zecken (ebenso wie Nymphen) acht Beine, als Larve besitzen sie nur sechs davon. Am Kopf befinden sich die Stech- und Saugorgane zur Nahrungsaufnahme. Am ersten Beinpaar sitzen die wichtigsten Sinnesorgane und die kräftigen Klauen, mit denen sich Zecken an ihren Opfern festhalten. Die Atemöffnungen befinden sich hinter dem letzten Beinpaar, die Geschlechtsteile sitzen am unteren Bauch.
Bei der 3-D-Zecke kann man mehr über den Körperbau erfahren.
Perfektes Saugwerkzeug: Beim Blutsaugen können Zecken auch Krankheiten auf den Menschen übertragen
Beissen oder stechen Zecken?
Hallersches Organ
Zecken haben einen hochentwickelten Stechapparat, der für ihre Art
der Nahrungsaufnahme hervorragend geeignet ist. Im Gegensatz z.B. zu
Stechmücken stechen Zecken keine Adern an.
Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen (Cheliceren) reissen sie die Haut des Wirtes auf und graben mit ihrem "Stachel" (Hypostom) eine Grube in das Gewebe, die mit Blut volläuft und während des Saugvorganges immer wieder leergesaugt wird. Deshalb spricht man von einem Zeckenstich.
Dabei gibt die Zecke während des Verdauungsvorgangs
überschüssige Flüssigkeit zurück in die Wunde. Dieser
Vorgang wiederholt sich während der gesamten Saugdauer.
Hierbei können Erreger übertragen werden, die sich im
Darm der Zecke befinden (z.B.
Borrelien).
Mit ihrem Stechapparat (Hypostom) ist die Zecke tief in
der Haut verankert und saugt Blut
Zecken ernähren sich ausschliesslich von Blut, sie brauchen keine andere Nahrung. Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke sehr lange überleben. Im Labor konnten Schildzecken, die vorher Blut gesaugt haben, bis zu 10 Jahre lang ohne weitere Nahrung überleben. Die Zecke saugt das Blut in ihren Darm. Dieser besteht aus vielen Anhängen und ist so dehnbar, dass eine vollgesaugte Zecke bis zu 200 mal so viel wiegen kann, wie eine hungrige.
Saugende Zecke: Beim Saugvorgang können Zecken Krankheitserreger auf den Menschen übertragen
Um das Blut verdauen zu können, wendet die Zecke einen Trick an. Sie behält nur die nahrhaften und für sie wichtigen Bestandteile des Blutes (Nährstoffe), während die überschüssige Flüssigkeit wieder an den Wirt zurückgegeben wird.
Die Zecke sondert bereits während des Stechens mit ihrem Speichel ein Betäubungsmittel ab, das die Einstichstelle unempfindlich macht. Deshalb spürt man Zeckenstiche nicht, auch wenn der "Stachel" der Zecke wesentlich grösser und gröber ist, als beispielweise
der feine Stechrüssel einer Stechmücke. Darüber hinaus
enthält der Speichel der Zecke bestimmte Stoffe, die
dafür sorgen, dass das Blut nicht gerinnt und andere
Stoffe, die verhindern dass sich die Einstichstelle
entzündet.
Bei diesem Vorgang können mit dem Speichel bereits Krankheitserreger von der Zecke an den Wirt (Menschen) übertragen werden (z.B. FSME-Viren).
Der Stechrüssel einer Zecke von unten
Der Stechapparat selbst besitzt zahlreiche kleine
Widerhaken, die symmetrisch angeordnet sind. Mit ihnen
hält sich die Zecke an ihrem Wirt fest. Das allein
reicht aber bei vielen Zecken noch nicht aus, um zu
verhindern, dass sie aufgrund ihres steigenden
Eigengewichts beim Blutsaugen einfach abfallen.
Deshalb haben diese Zecken noch einen Trick auf Lager ,
um sich auch über längere Zeit auf der Haut des Wirtes
festhalten zu können. Schliesslich soll die Blutzufuhr
aus der Sicht der Zecke nicht unterbrochen werden. Sie
produzieren etwa 5-30 Minuten nach dem Stich eine Art
Klebstoff (Zement), durch den sie sich mit dem Wirt fest
verkleben. Aus diesem Grund sind Zecken nur mit einem
verhältnismässig grossen Kraftaufwand zu entfernen.
Der lateinische Name der Schildzecken (Ixodes) leitet sich von dieser Fähigkeit der Zecke ab, sich durch ihren Zement am Wirt festzukleben: Der Name "Ixodes" stammt vom lateinischen Wort für Mistel (ixos) ab, die von den Römern zur Herstellung von Klebstoff verwendet wurde. Zecken wirkten wie festgeklebt.