Schutz vor FSME
Da es keine Therapie gegen die FSME gibt, ist es besonders wichtig, Infektionen von vorneherein zu verhindern. Zum einen sollte man daher natürlich versuchen, Zeckenstiche zu vermeiden. Das richtige Verhalten kann vor Zeckenstichen schützen. Zeckenstiche lassen sich aber nicht völlig verhindern. Allen Personen, die in Endemiegebieten wohnen oder dort Urlaub machen und sich dabei auch in der freien Natur aufhalten, wird daher von den Gesundheitsbehörden eine Impfung gegen die FSME empfohlen.
Die FSME-Viren können sofort nach dem Stich in die Wunde übergehen, da sie sich in den Speicheldrüsen der Zecken befinden. Auch das sofortige Entfernen der Zecke kann also eine Ansteckung nicht sicher verhindern. Mit der Länge des Saugaktes der Zecke steigt auch das Risiko für den Menschen sich zu infizieren.
Die FSME-Impfung
Im Grunde werden bei der FSME-Impfung dem Immunsystem abgetötete FSME-Viren präsentiert. Der Körper produziert daraufhin spezielle Abwehrstoffe (Antikörper), die in der Lage sind, bestimmte Oberflächenproteine (v.a. Glycoprotein E) des FSME-Virus zu erkennen und sie an sich zu binden.
Sollten nach einer vollständig durchgeführten FSME-Impfung durch einen Zeckenstich erneut FSME-Viren in den Körper gelangen, erkennt das Immunsystem mit Hilfe der Antikörper diese Eindringlinge und zerstört sie. Dadurch werden die FSME-Viren beseitigt und können keinen Schaden im Körper anrichten. Man spricht in diesem Fall von der aktiven FSME-Impfung, da der Körper selbst die Abwehstoffe produziert, die zur Bekämpfung der Viren notwendig sind.
Soll ich mich gegen FSME impfen lassen?
80 Prozent der an FSME erkrankten Personen infizieren sich bei Freizeitaktivitäten, z.B. beim Wandern, Zelten, Joggen, Radfahren, Angeln, Schwimmen, Golfen, Mountainbiken, Reiten, beim Arbeiten oder Spielen im Garten, beim Spazieren gehen mit dem Hund, beim Picknicken oder Pilze sammeln... Die FSME-Impfung wird daher allen empfohlen, die in einem FSME-gefährdeten Gebiet wohnen oder dorthin reisen und sich gerne in der Natur aufhalten.
Wie wird die FSME-Impfung durchgeführt?
Am besten lässt man sich bereits im Winter impfen, da zu dieser Zeit die Zeckengefahr am geringsten ist und man im darauffolgenden Frühjahr bereits einen guten Schutz besitzt. Für eine komplette FSME-Impfung werden drei Injektionen benötigt, wobei die ersten beiden Impfungen regulär im Abstand von ein bis drei Monaten durchgeführt werden können. Eine dritte Impfung nach
fünf bis zwölf Monaten schliesst die so genannte Grundimmunisierung ab und verleiht einen Schutz für mindestens drei Jahre. Für einen kontinuierlichen und sicheren Schutz sollte dann eine Auffrischimpfung alle drei Jahre erfolgen. Wenn die Zeckengefahr am grössten ist, also im Frühjahr oder Sommer, oder wenn ein Urlaub in einem FSME-Risikogebiet geplant ist, kann auch ein verkürztes, also schnelles Impfschema angewandt werden, mit dem die Immunisierung schneller erreicht wird. Zum Arzttermin auf jeden Fall den
Impfausweis mitnehmen!
In der Schweiz gibt es für FSME-Impfstoffe mehrere Anbieter.
Welche Impfreaktionen können auftreten?
Impfreaktionen sind auch ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die verabreichte Impfung reagiert und einen wirksamen Schutz aufbaut. Zu den Impfreaktionen gehören leichte Rötungen und Schwellungen um die Injektionsstelle oder erhöhte Temperatur. Diese Symptome klingen nach wenigen Tagen wieder ab. Bei Symptomen, die nach einer Impfung auftreten können, muss geklärt werden, ob sie in einem ursächlichen oder lediglich im zufälligen zeitlichen Zusammenhang mit der durchgeführten Impfung stehen. Beispielsweise kann eine Temperaturerhöhung nach einer Impfung eine Impfreaktion sein. Das Fieber kann aber genauso gut durch eine vor der
Impfung erfolgten Infektion, z.B. einem grippalen Infekt, bedingt sein.
FSME-Impfung auch für Reisende
Die FSME-Impfung wird auch für Reisende in Risikogebiete in der
Schweiz und
Europa empfohlen.
Empfehlung des Bundesamtes für Gesundheit
Die FSME-Impfung wird allen Erwachsenen und Kindern (im Allgemeinen ab 6 Jahren), die in Endemiegebieten wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten, empfohlen.
Eine Impfung erübrigt sich für Personen, welche kein Expositionsrisiko haben.
Ein Expositionsrisiko besteht bei Aufenthalt in Zeckenbiotopen der Endemiegebiete. Der bevorzugte Lebensraum der Zecken sind mittelgradig feuchte Stellen in Laub- und Mischwäldern mit üppigem Unterholz (Gräser, Sträucher, Büsche). Dies sind insbesondere verstrauchte und vergraste Waldränder, Waldlichtungen und Waldwege, sowie Hecken und hohes Gras- und Buschland.
Zecken halten sich in der Vegetation maximal bis auf eine Höhe von 1,5 m auf. In
regelmässig gepflegten Hausgärten und städtischen Parkanlagen, welche nicht in Waldnähe liegen, sowie in reinen Nadelholzwäldern sind Zecken selten. Über einer Höhe von rund 1000 m ü.M sind bisher keine Gebiete mit FSME-Viren infizierten Zecken bekannt. Bei Kindern unter sechs Jahren ist eine Impfung im Allgemeinen nicht notwendig, da schwere Erkrankungen in dieser Altersgruppe selten sind (durchschnittlich drei hospitalisierte Kinder pro Jahr).
Stand März 2006
Übernahme der Impfung durch die Krankenkasse
Die Impfung wird als sehr wichtig betrachtet. Aus diesem Grund werden die Kosten im Rahmen der Grundversicherung übernommen. Bei beruflicher Exposition werden die Kosten vom Arbeitgeber übernommen.
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